Die Steirische Harmonika

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Die Geschichte der Harmonika      
In China kannte man bereits vor einigen hundert Jahren die sogenannte Mundorgel, ein antikes Instrument mit durchschlagenden Zungen. Seefahrer brachten vermutlich das Instrument nach Europa. Diese Mundorgel war wahrscheinlich der Anlass, ähnliche Instrumente in unseren Breitengraden zu entwickeln. Mit den steigenden Ansprüchen an die Musik, wuchs auch die Präzisierung der Musikinstrumente. So konstruierte im Jahre 1821 Christian Friedrich Ludwig Buschmann die sogenannte "Handaeoline", eine einfache Handharmonika. Cyrillus Demian verbesserte sie und ließ sie 1829 unter dem Namen "Accordion" patentieren. Dieses "Accordion" war die erste diatonische Harmonika.

Die Charakteristik der Steirischen Harmonika        
Die Hauptcharakteristik der Steirischen Harmonika ist wohl ihr unverkennbarer Klang und die Diatonik. Hierbei erklingt bei einer Tastenbetätigung, je nach Balgdruck oder Balgzug ein anderer Ton. Die einzigen Ausnahmen bilden die Gleichtöne, deren Anzahl von Marke zu Marke unterschiedlich sein kann. Aufgrund der speziellen Anordnung der Töne im diatonischen System, hat die Steirische Harmonika auch nicht den vollen Tonumfang wie ein chromatisches Akkordeon, wird aber dafür in verschiedenen Stimmungen hergestellt.

Zunehmende Verbreitung
Zwar eignete sich das chromatische Akkordeon (Schifferklavier) besser für moderne Musik, doch ist eine diatonische Harmonika leichter zu erlernen. Ein gutes Gehör ersetzten jegliche Notenkenntnisse. Nach und nach wurde die Harmonika verbessert und in den letzten Jahren wird die Steirische Harmonika im gesamten Alpenraum gespielt. Die Musikinstrumentenbauer vermehrten sich, was der Qualität für dieses Instrument sehr zugute kam.

Harmonika-Griffschrift
Max Rosenzopf führte im Jahr 1980 die sog. Griffschrift ein. Er entwickelte eine Notenschrift, die vorwiegend der rhythmischen Notation diente. Die Griffschrift übernahm der Schweizer Helbling, der statt die Tonhöhe darzustellen, die Tasten in einer Tabelle anzugeben. Eigentlich wurde diese Tabellenschrift für "Schwyzerörgelis" entwickelt, doch eignet sich diese Griffschrift auch bestens für die Steirischen Harmonika.

Die Stimmungen der Steirischen Harmonika     
Damit die Steirische Harmonika, trotz der Einschränkungen im Tonumfang synchron auch zu anderen Instrumenten passt, wird sie in verschiedenen Stimmkombinationen hergestellt.

Stimmung in b-Tonarten:
Für das Zusammenspiel mit Blasinstrumenten in B-Stimmungen

Stimmung in #-Tonarten:Für das Zusammenspiel mit Tasten-, Saiten-, Streichinstrumenten, Hackbrettern usw.

Handelsübliche Modelle
Im Unterschied zum Akkordeon, das nach der chromatischen Tonleiter mit Halbtönen aufgebaut ist, hat die Steirische Harmonika nur einen geringen Tonumfang. Dieser Umstand wird ausgeglichen, indem mehrere Reihen verbaut sind. Jede Reihe steht für eine Tonart, wobei Zug und Druck unterschiedliche Töne erzeugen. Am weitesten verbreitet sind 4-reihige Modelle.

3-reihig    4-reihig    5-reihig

Die meisten Harmonika-Hesteller fertigen gegen Aufpreis die Modelle auch mit einem Stimmumfang nach Ihren speziellen Wünschen.