Die Gitarre

collage gitarre
Die Geschichte der Gitarre
Schon immer wollte der Mensch Töne und Rhythmen erzeugen und seine Phantasie, Instrumente dafür zu konstruieren war nahezu grenzenlos. Die primitivste Variante der Gitarre, war ein Stück Holz, auf welchem eine Saite aus Tierdarm gespannt war. Während der Bronzezeit waren die Saiteninstrumente dann schon etwas aufwendiger und es entstand ein runder, hohler Klangkörper, der den Schall verstärkte. Im Mittelalter entstand die mehrsaitige Laute, die der heutigen Gitarre schon etwas näher kam. Etwa im 18. Jahrhundert wurde dann im südländischen Raum die spanische Gitarre geboren, so wie wir sie kennen.

Die klassische Gitarre
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Die 6-saitige spanische Gitarre, auch Konzertgitarre genannt, wird heute mit Kunststoffsaiten, bzw. Nylonsaiten bespannt. Bei Wander-, Western- und Elektrogitarren dagegen, werden Stahlsaiten verwendet. Es gibt auch 12-saitige Gitarren, die unter den Namen Westerngitarren verbreitet sind. Eine klassische Gitarre hat 6 Saiten und ist folgendermaßen gestimmt:

E-A-D-G-H-E.

Konzertgitarren gibt es schon unter 100 € bis in die gehobenen mehrstelligen Preisklassen. Eine teure Konzertgitarre sollte absolut bundrein sein, was mit mit Flageoletttönen getestet werden kann. Flageoletttöne werden erzeugt, indem man den Finger leicht auf die Saiten setzt, dass nicht die eigentlichen Töne, sondern Oberschwingungen erklingen.

Eine Konzertgitarre wird meist ohne Plektrum gespielt, also mit den Fingern angeschlagen. Hochwertige Konzertgitarren, auch Meistergitarren genannt, sind in der Klassischen Musik nicht mehr wegzudenken. Auch in der Volksmusik, der Lateinamerikanischen Musik und in der spanischen Flamenco Musik wird die Konzertgitarre gespielt. Meine Konzertgitarre ist ein "Mittelklasse-Modell" und stammt aus dem Inntal.

Die Kontragitarre
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Eine Kontragitarre, auch als Schrammelgitarre bekannt, ist eine Konzertgitarre mit einem zweiten Hals. Über diesem Hals sind standardmäßig 13 oder 15 Basssaiten gespannt. Dieser Hals keine Bünde, daher werden die Basssaiten nicht gegriffen, sondern gezupft. Die Kontragitarre ist die Urform der mittelalterlichen Laute, die in der Barockzeit zur Basslaute (Barocklaute) weiterentwickelt wurde. Bis etwa um 1900 fertigte man die Kontragitarre in der heutigen Form in Thüringen und um 1950 fand sie ihren Weg als Schrammelgitarre nach Wien.

Kontragitarren müssen sehr robust gefertigt sein, da die Spannung der Saiten, wie mir gesagt wurde, bis zu 1 t beträgt. Meine Kontragitarre hat gute 40 Jahre auf dem Buckel und immer noch gut spielbar. Sie wurde vom Zupfinstrumentenbaumeister Horst Lederer aus Markneukirchen im Vogtland (Thüringen) gebaut und hat 6 + 9 Saiten. Es ist ein handgefertigtes Instrument mit sattem Klang aber für mich als "normaler" Gitarrist etwas gewöhnungsbedürftig.

Inzwischen hat sich die Kontragitarre fest im Alpenraum etabliert, wo sie von etlichen Musikgruppen in Bayern und Tirol gerne als Begleitinstrument gespielt wird.

Die E-Gitarre
thumb pacifia pac 120h
Zahlreiche elektrische Gitarren beherrschen den Markt und sind in modernen Bands nicht mehr wegzudenken. E-Gitarren werden mit und ohne akustischen Resonanzkörper gebaut aber immer einen elektrischen Tonabnehmer zur Verstärkung des Klanges enthalten. E-Gitarren können zur Begleitung und zum Solospiel genutzt werden. Sie haben meist zwei Tonabnehmer, einen Kippschalter für die Tonabnehmerwahl sowie zwei oder drei Drehregler für Tonhöhe Lautstärke. Auf vielen Modellen befindet sich auch ein Vibratohebel, mit dem durch Tonhöhenveränderungen spezielle Klänge hervorgezaubert werden können.

Leider ist meine E-Gitarre "Yamaha Pacifica" nicht mehr erhältlich aber es gibt Nachfolgemodelle. Die Yamaha Pacifica 112V oder PAC120H sind meiner E-Gitarre sehr ähnlich. Meine und beide Modelle haben 2 Single-Coil Pickups (Ein-Spulen-Tonabnehmer) und 1 Humbucker Pickup (Brummunterdrücker-Tonabnehmer). Der Hals aus massivem aus Ahorn, kann nachjustiert werden (Schraubhals). Da der Korpus schwarz lackiert ist, kann ich das Material nicht erkennen. Er besteht vermutlich aus Agathis-robusta-Holz, das für die Pacifica 012 angegeben wurde (?). Meine Pacifica besticht durch einen naturreinen Klang und eignet sich besonders als Begleitinstrument. Als Soloinstrument z.B. für Popmusik ist meine Pacifica nicht ausgestattet, denn sie hat keinen Vibratohebel, außerdem müssten die weichen Standardsaiten gewechselt werden.