Teil-Lockdown-Maßnahmen im Detail

merkel warnt"Familien und Freunde sollen sich auch unter Corona-Bedingungen in der Weihnachtszeit treffen können. Dazu bedarf es jetzt erneut, wie schon im Frühjahr, einer gemeinsamen Anstrengung", heißt es in dem Entwurf.

Ein weitreichender Lockdown soll ab dem 2. November bis zum Monatsende gelten. Nach zwei Wochen wollen Bund und Länder die Wirkung der Maßnahmen beurteilen.

Das Ziel: eine Absenkung der 7-Tage-Inzidenz auf weniger als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner, um eine Nachverfolgung Infizierter durch die Gesundheitsämter zu gewährleisten.

Hotelschließungen
Touristische Übernachtungsangebote im Inland sollen für fast den gesamten November verboten werden. Demnach sollen Übernachtungsangebote nur noch für notwendige Zwecke gemacht werden dürfen. Bürger sollten wie in der ersten Welle grundsätzlich auf Reisen und auf Besuche bei Verwandten verzichten.

Bars und Restaurants
Gastronomiebetriebe wie Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen sollen geschlossen werden – ausgenommen Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause.

Freizeiteinrichtungen
Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, sollen wegen der Corona-Krise, deutschlandweit über den gesamten Zeitraum untersagt werden. So sollen Theater, Opern oder Konzerthäuser schließen. Die Regelung betrifft auch den Freizeit- und Amateursportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Schwimm- und Spaßbädern sowie in Fitnessstudios und ähnlichen Einrichtungen. Auch Messen, Kinos, Freizeitparks, Bordelle und Spielhallen sollen schließen.

Schulen, Kitas und Einzelhandel sollen offen bleiben
Schulen und Kindergärten sollen aber offengehalten werden. Die Länder sollten aber weitere Schutzmaßnahmen in diesen Bereichen einführen, heißt es in dem Entwurf weiter. Der Einzelhandel soll demnach unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen insgesamt geöffnet bleiben. In der Vorlage sind 25 Quadratmeter je Kunde vorgesehen.

Kontaktbeschränkungen
Auch soll der gemeinsame Aufenthalt in der Öffentlichkeit deutschlandweit nur noch Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes gestattet sein. Dies gelte verbindlich, Verstöße gegen diese Kontaktbeschränkungen würden von den Ordnungsbehörden sanktioniert, heißt es in dem Entwurf der Beschlussvorlage des Bundes. Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen seien angesichts der ernsten Lage inakzeptabel.

Kosmetikstudios, Massagepraxen und Tattoostudios
Der Bund will wegen der sich verschärfenden Corona-Krise Betriebe im Bereich der Körperpflege wie Kosmetikstudios, Massagepraxen oder Tattoostudios im November für dreieinhalb Wochen schließen. Friseursalons bleiben aber unter den bestehenden Hygienevorgaben geöffnet. Auch medizinisch notwendige Behandlungen wie Physiotherapien sollen weiter möglich sein.

Industrie, Handwerk und Mittelstand
Angesichts der Beschränkungen will der Bund Hilfen für Unternehmen verlängern und die Konditionen für hauptsächlich betroffene Wirtschaftsbereiche verbessern, etwa für die Kultur- und Veranstaltungswirtschaft. Außerdem werde der Schnellkredit der staatseigenen KfW Bankengruppe für Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten geöffnet und angepasst.

Industrie, Handwerk und Mittelstand solle sicheres Arbeiten umfassend ermöglicht werden, heißt es weiter. Die Arbeitgeber hätten eine besondere Verantwortung für ihre Mitarbeiter, um sie vor Infektionen zu schützen und Infektionsketten schnell zu identifizieren. Wo immer umsetzbar, soll Heimarbeit ermöglicht werden.

Risikogruppen
Kranke, Pflegebedürftige, Senioren und Behinderte sollen besonders geschützt werden. Die verfügbaren Corona-Schnelltests "sollen jetzt zügig und prioritär in diesem Bereich eingesetzt werden", damit sichere Kontakte ermöglicht werden könnten.

Der besondere Schutz von Krankenhäusern, Pflegeheimen, Senioren- und Behinderteneinrichtungen dürfe aber nicht zu einer vollständigen sozialen Isolation führen. Steigende Infektionszahlen führten leider auch zu einem Anstieg an Infektionen in medizinischen Einrichtungen und bei solchen Risikogruppen.

Quelle: welt.de

Für den Betrieb unserer Webseite nutzen wir Cookies. Bei Ablehnung, stehen möglicherweise nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung.