2x hat's geknallt und aus einem Kohlekraftwerk wurde Schutt

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Der maroden Umwelt zuliebe, hatte ein Sprengkommando die Aufgabe, am 17. Februar 2019, das 2014 stillgelegte Kohlekraftwerk endgültig dem Erdboden gleich zu machen. Dieses Volksfest etwas anderer Art, lockte zahlreiche Schaulustige an, um das Spektakel auf dem Areal zwischen Castrop-Rauxel und Dortmund mit zu erleben.

Ein großes Lob dem Sprengteam
Der Sprengmeister und sein Team leisteten ganze Arbeit, als um 11.15 Uhr mit einem ohrenbetäubenden Knall das Kesselhaus in sich zusammenfiel. Die vielen Schaulustigen vor Ort, Millionen von Zuschauern an den Bildschirmen und auch ich, warteten danach fieberhaft auf die angekündigte Doppelsprengung des 130 Meter hohen Kühlturms sowie des über 210 Meter hohen Schornsteins. Vermutlich aus Sicherheitsgründen verzögerten sich die Sprengungen etwa um 15 bis 20 Minuten, worauf Kühlturm und Schornstein etwa um 12.05 Uhr, statt 11.45 Uhr gesprengt wurden.

Eine Präzisions-Doppelsprengung
Wie auf dem Video zu sehen, darf die Ausführung der Sprengung durch die Deutsche Sprengunion, einer Hagedorn Tochtergesellschaft, als Meisterleistung angesehen werden. Zuerst fiel der Kühlturm mit einer Drehbewegung in sich zusammen, einige Sekunden danach kippte der Schornstein, brach kurz vor dem Aufschlag ? vom Boden entfernt durch und verschwand unter einer gewaltigen Staubwolke. Für die gesamte Sprengung benötigten die Spezialisten 250kg Sprengstoff. Die riesige Staubwolke bändigte man mit zahlreichen Wasserwerfern.

Vorarbeit und Sicherheit
Damit eine derartig präzise Sprengung erfolgen konnte, waren enorme Vorarbeiten nötig. Neben vielen anderen Arbeiten waren 1.500 Bohrungen nötig, wie das 2. Video zeigt. Um eine absolute Sicherheit zu gewährleisten, wurde ein Sperrbereich von 350 m bis 620 m errichtet. So mussten bereits am frühen Morgen 120 Einwohner in unmittelbarer Nachbarschaft ihre Häuser verlassen. Als kleinen Trost durften sie das Geschehen von einem Veranstaltungszelt aus beobachten und wurden mit Speisen und Getränken versorgt. Rund um den Sprengbereich errichtete man umfangreiche Straßensperren und der Flugverkehr wurde über diesem Gebiet kurzfristig eingestellt.

Ein kleiner Schritt für die Rettung der Umwelt
Auf dem 59 Hektar großem Areal soll nun ein Gewerbepark entstehen, was hoffen lässt, dass auch an Grünflächen gedacht wird. Anbetracht der Tatsache, dass 2016 in Deutschland noch 150.280.000 t Kohlenstoffdioxid (CO2) und 2.406 t Feinstaub von Kohlekraftwerken in die Luft gepustet wurde, ist die neue Nutzung des Geländes nur ein kleiner Schritt gegen den zunehmenden Treibhauseffekt. Es bleibt abzuwarten, ob bis Ende 2020 die wahren Umweltverpester endlich ihre Tätigkeit einstellen.
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