Tonwerkweiher Kolbermoor

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Im Jahr 1863 wurde in Kolbermoor der Betrieb einer Baumwollspinnerei eröffnet. 12 Jahre später, 1875 wurde ein Tonwerk errichtet. Zuerst entstand eine Ziegelei für Dach- und Mauerziegeln, später ein Betondachplattenwerk und danach eine Wellplattenfabrikation, bis die Produktion 2005 eingestellt wurde. Viele Bürger kämpften in den Jahren von 1987 bis 1992 gemeinsam mit dem Bund Naturschutz und einer Bürgerinitiative um den Schutz dieses Sekundärbiotops. Es sollte nach Plänen der Stadt, das Tonwerkgelände weitgehend aufgefüllt und für einen Volksfestplatz und Sportanlagen genutzt werden.

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Erst nachdem 3500 Unterschriften für den Erhalt der Feuchtflächen gesammelt worden waren, wurde das Bauvorhaben gestoppt. Auf Betreiben des Bundes Naturschutz in Kolbermoor und der Kreisgruppe Rosenheim, insbesondere der Rosenheimer Stadträtin Katharina Meidinger hin, wurde das Kolbermoorer Tonabbaugebiet samt Weiher durch den Landkreis Rosenheim angekauft. Der Landkreis konnte mit Zuschüssen aus dem Bayerischen Naturschutzfond die Biotopflächen erhalten und erreichte damit, dass sich hier die Natur weiter ungestört entwickeln kann.

Die Tonwerkgrube wurde  mit Wasser aufgefüllt und mit romantischen Spazierwegen umrundet. Im verbliebenen Moorgebiet konnte nun eine wunderschöne Naturlandschaft zu einem guten Teil erhalten werden. Heute, 25 Jahre nach Beendigung des Tonabbaus, staunt man darüber, wie wenig von der ehemals bewuchsfreien Lehmkante noch zu sehen ist. Überall haben sich wieder Schilf, Moorkolben, Binsen, Büsche und Bäume angesiedelt.

Dieses Gebiet darf heute als ein Vorzeige-Projekt der europäischen Moor-Renaturierung genannt werden.